Hintergrundbild UnSer (?) Amerika

USA und Europa

Die USA und Europa haben unübersehbar eine Vielzahl an historischen, politischen und kulturellen Verbindungen. Dem gegenüber stehen aber auch eine Menge an Unterschieden und Vorurteilen, die sich vor allem in den Wertvorstellungen von US-AmerikanerInnen und EuropäerInnen im sozialen und gesellschaftlichen Bereich widerspiegeln. Über all diesen Gemeinsamkeiten und Differenzen steht sowohl für Europa als auch für die Vereinigten Staaten von Amerika das gemeinsame Streben nach Freiheit.

Während des Zweiten Weltkriegs entwickelten Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill die Vier Freiheiten: die Freiheit der Rede und Meinungsäußerung, die Freiheit eines/r jeden, Gott auf seine/ihre Weise zu dienen, die Freiheit von Not und die Freiheit von Furcht. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die USA die Rolle der "Befreier" ein, und im Kalten Krieg verteidigten sie die sogenannte "freie Welt".

Der Ausdruck Land of the Free ist in den USA allgegenwärtig und zeigt, dass der Freiheitsbegriff auch das Leben der amerikanischen Bevölkerung beeinflusst. Amerika galt als die Kraft, die für Fortschritt, Freiheit und "anhaltenden Frieden" stand. Die Verkündigung des "unveräußerlichen Rechts" der Menschen auf "Leben, Freiheit und das Streben nach Glück" steht in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sowie das Prinzip der Gleichheit aller Menschen. Eine Vielzahl an Bewegungen, Streiks und Demonstrationen für die Rechte der Menschen folgten und schwappten auch auf Europa über. Seit der Aufklärung sind neben der Freiheit sowohl für Europa als auch für die Vereinigten Staaten Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz angestrebte Werte – die Umsetzung dieser fällt jedoch beiderorts nicht immer leicht.

Die Wirtschaftskrise, die in den letzten Jahren die Welt überschattet, zwingt sowohl Europa als auch die USA, ihren Status zueinander und international zu überdenken und gegebenenfalls zu reformieren.