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Das Wahlmännerkollegium

In jedem Bundesstaat übergeben die politischen Parteien (oder unabhängige KandidatInnen) den WahlleiterInnen eine Liste von Wahlmännern, die ihrem/r PräsidentschaftskandidatIn verpflichtet sind und deren Zahl der dem Bundesstaat zur Verfügung stehenden Wahlmännerstimmen entspricht. Die Zahl der Wahlmänner in jedem Bundesstaat richtet sich nach der entsprechenden Anzahl von SenatorInnen (immer zwei) und RepräsentantInnen des Bundesstaates im Kongress.

Nach dem Wahltag treffen sich diese Wahlmänner Mitte Dezember in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten zur Stimmabgabe und wählen offiziell den/die nächste/n PräsidentIn. In der Regel gewinnt der/die KandidatIn mit den meisten WählerInnenstimmen in einem Staat alle Wahlmänner des Bundesstaats (ausgenommen in Maine und Nebraska). Wenn beispielsweise in Kalifornien von 43 Wahlmännern 22 Stimmen auf die Demokraten und 21 Stimmen auf die Republikaner fallen, so erhalten die Demokraten alle 43 Stimmen. In Nebraska und Maine erhält der/die KandidatIn mit den meisten Stimmen einen Wahlmann in jedem Wahlkreis. Zwei zusätzliche Wahlmänner erhält der/die KandidatIn mit den meisten Stimmen im jeweiligen Bundesstaat. Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2008 war es zum ersten Mal der Fall, dass in einem dieser beiden Bundesstaaten (Nebraska) die Wahlmännerstimmen auf zwei Kandidaten aufgeteilt wurden. Somit kann ein/e PräsidentschaftskandidatIn einer Partei die Mehrheit in allen Staaten erringen und trotzdem die Wahl verlieren, wenn er/sie beispielsweise die Wahl in vielen kleineren Staaten gewonnen hat, die Anzahl der Wahlmänner auf den Listen der Staaten, in denen er/sie verloren hat, aber größer ist.

Der/die designierte PräsidentIn und der/die designierte VizepräsidentIn legen den Amtseid ab und treten am 20. Januar des folgenden Jahres ihr Amt an.