Hintergrundbild UnSer (?) Amerika

Allgemeiner Verlauf des Zweiten Weltkriegs und die Position der USA

Die amerikanische Wirtschaft erfuhr nach dem Ersten Weltkrieg einen starken Aufschwung, der als Wirtschaftswunder bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund erholte sich auch die Wirtschaft Europas, da die Vereinigten Staaten Kredite gewährten, um den Wiederaufbau zu finanzieren und das geschwächte System wiederzubeleben. Ab Oktober 1929, nach dem folgenschweren Börsenkrach in New York, setzte allerdings eine Weltwirtschaftskrise ein, Währungen brachen zusammen und der Tiefpunkt der Aktienkurse wurde erst im Sommer 1932 erreicht. Auch in Europa waren die Folgen davon sehr stark spürbar, die Arbeitslosigkeit stieg drastisch an, vor allem Deutschland war hart getroffen. Es kam zu einer politischen Mobilisierung der Mehrheit der BürgerInnen und ArbeiterInnen. US-Präsident Franklin D. Roosevelt führte bei seinem Amtsantritt den New Deal ein, der aus einem wirtschafts- und sozialpolitischen Reformprogramm bestand, mit dem die Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten behoben werden sollte.

Mit dem Ziel, Absatz-, Rohstoffmärkte und Siedlungsräume zu gewinnen wurde die Politik von Deutschland, Italien und Japan in den 1930er Jahren zunehmend aggressiver. 1933 kam Adolf Hitler mit seiner NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) in Deutschland an die Macht, 1936 eroberte Italien Abessinien und besetzte drei Jahre später Albanien, 1937 zog Japan gegen China in den Krieg. In Österreich marschierten im März 1938 deutsche Nazi-Truppen ein, und es kam zum sogenannten "Anschluss" von Österreich an das "Deutsche Reich". Da auch die Tschechoslowakei von einem deutschen Einmarsch bedroht war, wurde im September desselben Jahres das Münchner Abkommen geschlossen, welches die Abtretung des Sudetengebiets an Nazi-Deutschland festlegte und vom britischen Premierminister Arthur N. Chamberlain, dem italienischen Diktator Benito Mussolini, dem französischen Premierminister Edouard Daladier und Adolf Hitler unterzeichnet wurde. Das Memmeland im heutigen Tschechien (damals die Region nördlich des Flusses Memel im heutigen Litauen) wurde im Frühjahr 1939 von den Deutschen besetzt, während die Slowakei kurz davor ihre Autonomie erklärt und sich unter deutschen Schutz gestellt hatte. Polen war mit Frankreich ein Militärbündnis eingegangen und hatte mit britischer Zustimmung seine staatliche Unabhängigkeit erklärt. Trotzdem marschierte am 1. September 1939 die Deutsche Wehrmacht in Polen ein und löste den Zweiten Weltkrieg aus. Zwei Tage später folgte die Kriegserklärung von Großbritannien und Frankreich an Deutschland.

Die Vereinigten Staaten hielten zu Kriegsausbruch an ihrer Politik der Neutralität fest. Seit 1935 bis 1937 war es ihnen per Gesetz verboten, kriegführenden Nationen Handel Kredite zu gewähren oder Handel mit ihnen zu treiben. 1940 führten die militärische Niederlage Frankreichs und der Luftkrieg gegen England in den USA zu heftigen Diskussionen, ob die Neutralität beibehalten oder in den Krieg eingetreten werden sollte. Ein gegenseitiges Verteidigungsbündnis (Mutual Board of Defense) mit Kanada und den lateinamerikanischen Ländern wurde geschlossen, das den Nationen in der westlichen Hemisphäre gemeinsamen Schutz bot. 1941 wurde es vom sogenannten Leih-Pacht-Gesetz (Lend-Lease-Act) abgelöst, das die Lieferung von Waffen und Rüstungsgütern an jeden Staat, der für die Verteidigung der USA strategisch wichtig war, erlaubte - es handelte sich vor allem um Großbritannien, die Sowjetunion und China. Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle die Präsidentschaftswahl des Jahres 1940, nach der Franklin D. Roosevelt seine dritte Amtszeit antrat - als erster Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Im Vorjahr hatten Deutschland, Italien und Japan, die sogenannten Achsenmächte, einen Vertrag abgeschlossen, der die gegenseitige Unterstützung gegen einen Angriff der USA enthielt. Nazi-Deutschland eroberte unterdessen in kurzen Feldzügen Dänemark, Norwegen, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, den Großteil Frankreichs, Jugoslawien und Griechenland. Im Juni 1941 fiel die Deutsche Wehrmacht in der Sowjetunion ein mit dem Ziel, den Großteil der Roten Armee im Zuge eines Blitzfeldzugs auszuschalten. Die Deutsche Wehrmacht verfolgte eine Gewaltpolitik in den besetzten Gebieten, die zu Widerstand und Partisanenbewegungen führte. Die Gegenoffensive der sowjetischen Truppen erzielte begünstigt durch einen frühen Winterbeginn beträchtliche Erfolge. Nachdem die US-Pazifikflotte "Pearl Harbor" durch einen japanischen Angriff zerstört worden war, erklärte der amerikanische Kongress Japan den Krieg. Drei Tage später folgte die Kriegserklärung von Deutschland und Italien an die USA. Großbritannien konnte dank Lend-Lease-Act aufrüsten. Winston Churchill und F.D. Roosevelt erstellten Ende 1941 die Atlantik-Charta, eine Erklärung, in der gemeinsame Grundsätze ihrer Politik festgehalten waren - "zur endgültigen Beseitigung der Nazi-Tyrannei". Das industrielle Potenzial der USA war, wie bereits im Ersten Weltkrieg, entscheidend für den Sieg der Alliierten, d.h. die verbündeten Staaten USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion. Sie konzentrierten ihre militärischen Anstrengungen auf Europa und maßen dem Krieg im Pazifik weniger Bedeutung bei.

Als die Alliierten 1943 in Italien landeten, wurde der faschistische Diktator Mussolini samt seiner Regierung gestürzt, und auf die Kapitulation folgte die italienische Kriegserklärung an Deutschland. Nun hatten die Alliierten die Möglichkeit, Ziele im heutigen Österreich aus der Luft anzugreifen. Als erstes Ziel wurde Wiener Neustadt bombardiert, danach folgten andere Städte sowie die wichtigsten Industriezentren. Am 6. Juni 1944 landeten alliierte Truppen in der Normandie - dieses Ereignis ist als D-Day bekannt. Einige Wochen später, im August, wurde Paris von der deutschen Besatzung befreit. Anfang 1945 marschierten die West-Alliierten im Westen und die Rote Armee im Osten Deutschlands ein. Bei Torgau an der Elbe begegneten sich am 25. April amerikanische und sowjetische Truppen, am 30. April beging Adolf Hitler Selbstmord und schließlich, am 7. Mai 1945, kapitulierte Deutschland. Im Pazifik ging der Krieg noch weiter und endete erst nach den Atombomben-Angriffen auf Hiroshima und Nagasaki durch die Kapitulation Japans am 2. September 1945.

Rund 15.000 Österreicher, die geflüchtet waren und zur Befreiung ihrer Heimat einen Beitrag leisten wollten, kämpften für die alliierten Streitkräfte. Kurz nach dem "Anschluss" 1938 war die österreichische Wirtschaft überwiegend in den Ausbau der Rüstungswirtschaft des "Deutschen Reichs" eingegliedert. Die deutsche Industrie nahm mehr als 300.000 Arbeitslose auf; Industriebetriebe wie "Steyr-Daimler-Puch" und "Böhler" erhielten große Rüstungsaufträge und bis ins Jahr 1942 entstanden neue Rüstungsbetriebe, beispielsweise das "Ostmark-Motorenwerk" in Wiener Neudorf, die "Hermann-Göring-Werke" in Linz und die "Nibelungenwerke" in St. Valentin. Durch den Krieg wurde der Arbeitskräftebedarf immer größer, also wurden sogenannte "FremdarbeiterInnen" aus Westeuropa, ZwangsarbeiterInnen aus Osteuropa und auch Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen herangezogen. Unter unmenschlichsten Bedingungen mussten diese Menschen in der Produktion oder am Bau von unterirdischen oder verbunkerten Rüstungsbetrieben arbeiten.

Als die Alliierten 1943 Italien übernommen hatten, begannen ihre Luftangriffe auf Österreich. Etwa ein Jahr lang waren vor allem Flugzeugfabriken ihre Hauptangriffsziele, danach Kugellagerfabriken, zum Beispiel in Steyr, sowie der Großraum Wien mit seinen Raffinerien und Treibstoffwerken. In der Absicht, den Nachschub und Truppentransporte an die Front zu sabotieren, richteten sich die Bombardements ab 1945 in erster Linie gegen Verkehrsziele. Im März desselben Jahres überschritten die ersten Einheiten der Roten Armee die ungarischen Grenzen zu Österreich. Binnen weniger Tage drängten sie die SS-Panzereinheiten im Süden Wiens zurück. Der Kampf um Wien dauerte etwa eine Woche lang und brachte hohe Verluste auf beiden Seiten sowie auch unter der Zivilbevölkerung mit sich. Als am 28. April 1945 bereits unter Dr. Karl Renner die Regierungsbildung stattfand, kam es im KZ Mauthausen noch zu den letzten Vergasungen. Im niederösterreichischen Weinviertel gingen die Kämpfe noch bis zur deutschen Kapitulation weiter. Die Stadt Salzburg wurde am 3. Mai kampflos an die US-Armee übergeben, während ihre Truppen am selben Tag unter geringem deutschem Widerstand Innsbruck einnahmen und innerhalb von vier Tagen ganz Tirol besetzten. Vorarlberg war bereits im April von französischen Einheiten besetzt worden. Die Übernahme Kärntens erfolgte im Mai durch britische Truppen und jugoslawische Verbände. Oberösterreich wurde bis zum 6. Mai durch Einheiten der US-Armee vollständig besetzt. Im Konzentrationslager Mauthausen und dem nahe gelegenen Konzentrationslager Gusen trafen am 5. Mai 1945 die ersten Spähwagen der 11. Panzerdivision der 3. US-Armee ein. Das KZ Mauthausen und seine Außenlager waren die letzten NS-Konzentrationslager, die von den Alliierten befreit wurden.