Hintergrundbild UnSer (?) Amerika

Österreich und Amerika

Die Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen war die letzte Befreiungsaktion der Alliierten Soldaten. Die Befreiung fand am 7. Mai 1945 unter der Leitung von Colonel Seibel durch die 11. US-Panzerdivision statt. Doch die US-Armee war trotz der Schrecken des Krieges nicht auf den Horror von Mauthausen vorbereitet. Die Amerikaner begannen sofort mit dem Aufbau von Lazaretten und versuchten ihr Bestes, die unzähligen schwerkranken Häftlinge notdürftig medizinisch zu versorgen und ihre Ernährung sicherzustellen. Die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen (sowie der Konzentrationslager Ebensee und Gusen) bildet den Ausgangspunkt dieses Themenbereichs, der die Beziehungen zwischen Österreich und Amerika vorstellt.

Die Beziehungen zwischen Amerika und Österreich haben sich unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg fortgesetzt, sowohl durch die Nürnberger Prozesse als auch mit dem Marshallplan, dem wichtigsten wirtschaftlichen Wiederaufbauprogramm der USA, das dem zerstörten Westeuropa zu Gute kam.

  • Welche Rolle spielten die Amerikaner bei den Nürnberger Prozessen und was geschah?
  • Was war der Marshallplan genau?
  • Wo wäre Österreich ohne das Wiederaufbauprogramm der USA?
  • Welche Auswirkung hatte es auf die einzelnen Bundesländer?
  • Was brachte der Marshallplan an American Lifestyle nach Österreich?

Neben der Darstellung der weiteren Knotenpunkte zwischen Amerika und Österreich bis heute wird auch die Rolle der Amerikaner als "Befreier", als "Retter" vorgestellt sowie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und führt dadurch zu aktuellen Themen.

Zwischen Österreich und den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es vielfältige Beziehungen politischer, ideologischer und kultureller Natur. Zur Zeit der Entdeckung und Erforschung der "Neuen Welt" wurde Österreich von der Habsburger-Monarchie regiert, koloniale Unternehmungen gab es keine, und auch die geografische Lage mitten im Zentrum Europas führte dazu, dass sich die Beziehungen zu den USA langsamer entwickelten als in anderen europäischen Ländern. Erst ab dem 18. Jahrhundert, als zahlreiche Migrationswellen von Österreich nach Amerika begannen, wurde das transatlantische Verhältnis intensiver, was sich durch Massenauswanderungen im späten 19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert noch verstärkte. Viele Unternehmen orientierten sich ab dieser Zeit an amerikanischen Techniken der Massenproduktion und übernahmen diese in ihren Betrieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichten die amerikanisch-österreichischen Beziehungen mit der Befreiung und Besetzung Österreichs ihren Höhepunkt. Politisch, wirtschaftlich und kulturell spielten die USA während der Besatzungszeit (1945 bis 1955) eine wichtige Rolle – politisch durch den Kalten Krieg und die Eindämmung des Kommunismus, wirtschaftlich durch die militärische Hilfe und den Marshallplan beim Wiederaufbau Österreichs und kulturell durch die Verbreitung demokratischer Ideale sowie die sogenannten Amerikahäuser, wo Bibliotheken und Kulturveranstaltungen geboten wurden. Der American Way of Life wurde der österreichischen Bevölkerung durch viele Aktionen und Programme nähergebracht, was auch die "Amerikanisierung" vorantrieb. Nach dem Ende des Kalten Kriegs (vor rund zwanzig Jahren) und mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union (1995) begannen die österreichisch-amerikanischen Beziehungen sich immer mehr in den Rahmen der amerikanisch-europäischen Beziehungen zu verlagern.