Hintergrundbild UnSer (?) Amerika

Der Marshallplan heute

Das Ende des Marshallplans hat den Fluss der ERP-Gegenwertmittel keineswegs gestoppt, vielmehr gehören sie seit rund 60 Jahren zu den wichtigsten Komponenten der österreichischen Investitionspolitik. Vor allem zur Förderung von Projekten, die auf der Basis von neuen Technologien die internationale Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft stärken sollen, werden sie heutzutage eingesetzt. Früher, bis zur Gründung des ERP-Fonds, war die Zustimmung der USA zur Freigabe von Gegenwertkrediten nötig.

Österreich vereinbarte 1961 die Übergabe der ERP-Gegenwertmittel in die eigenständige Verwaltung mit Amerika, und das ERP-Fonds-Gesetz trat am 1. Juli 1962 in Kraft. Bis 1984/85 wurden Kredite in Höhe von 31,4 Milliarden Schilling (2,28 Milliarden Euro) für Projekte mit einer Gesamtinvestitionssumme von 153 Milliarden Schilling (11,12 Milliarden Euro) vergeben.

Heute beträgt das Vermögen der ERP-Fonds ca. drei Milliarden Euro. Der Wandel der österreichischen Wirtschaft zeigt sich in der Verlagerung der Förderschwerpunkte: Zu Beginn trugen Staumauern und Stahlwerke das ERP-Wappen, während in den letzten Jahren die Entwicklung hochspezialisierter Produkte für den Weltmarkt - von Flugzeugkomponenten bis hin zu Spitzenweinen österreichischer JungwinzerInnen - gefördert wurden.

Weltweit hat sich der Marshallplan zu einer "Marke" entwickelt, die mit großen Hoffnungen verbunden ist.