Hintergrundbild UnSer (?) Amerika

Verbindungen der englischen und deutschen Sprache

Jede Sprache verändert sich im Lauf der Zeit und entwickelt sich ständig weiter. Bereits in den Jahren 750 bis 1050 - in der ersten Entwicklungsphase der deutschen Sprache (Althochdeutsch) - wurde diese mit Wörtern aus dem Lateinischen und Französischen bereichert. Heute besteht ein Viertel der deutschen Sprache aus Formulierungen und Begriffen aus dem Englischen, Griechischen und Lateinischen. Bei vielen dieser Wörter ist deren Ursprung für die meisten "User" nicht mehr erkennbar, da diese schon so lange im deutschen Sprachgebrauch sind und deswegen als deutsche Ausdrücke wahrgenommen werden.
Deutsch wird von mehr als hundert Millionen Menschen auf der ganzen Welt gesprochen. Auch in den USA gibt es Gegenden mit deutschsprachigen Minderheiten.

Deutsch ist zwar eine vielgesprochene Sprache, die Wirtschafts-, Handels- und Verkehrssprache ist aber Englisch, das von rund 510 Millionen Menschen gesprochen wird. Aufgrund dieser internationalen Bedeutung der Sprache Englisch erklärt sich die Tatsache, dass heute die meisten Sprachveränderungen mit dem Englischen zusammenhängen.

Pudding, Humor, Parlament, Budget, After Shave, Breakdance, Leggings, Streik, Match, Fußball, Internet, Cockpit etc. sind Beispiele für Wörter, die seit dem 18. Jahrhundert bis heute in den deutschen Wortschatz eingeflossen sind.

Übersetzungsarbeiten von englischer Literatur sowie Politik und Wirtschaft haben zu Übernahmen englischer Ausdrücke ins Deutsche geführt. Neben Kultur, Politik, Wirtschaft, und Wissenschaft spielen vor allem die Massenmedien und die Werbung aber auch Sport, Mode, Musik und andere gesellschaftliche Tendenzen eine wichtige Rolle bei der Übernahme englischer Wörter in den deutschen Sprachgebrauch.
Im Vergleich zu früher, als Sprachtrends meist aus der so bezeichneten Oberklasse kamen, werden die sprachlichen Innovationen heute meist von Jugendlichen geprägt. Da die Jugendsprache eine wichtige Rolle in der Marketingbranche spielt, werden neue Formulierungen von WerbetexterInnen übernommen, gelangen so ins Bewusstsein aller und damit in den alltäglichen Sprachgebrauch.
Viele Wörter werden im deutschen Sprachraum verwendet ohne das Bewusstsein, dass diese ursprünglich aus dem Englischen entlehnt wurden, zum Beispiel das Wort Keks, welches vom englischen Begriff cakes stammt. Den Anglizismen und Amerikanismen - Begriffe für Wörter und Phrasen, die aus dem Englischen stammen, beispielsweise Computer, Soap-Opera, Fan, Flirt, Team oder fair - steht der Begriff "Denglisch" gegenüber. Der Verwendung von denglischen Wörtern unterliegen keine wissenschaftlichen Grundlagen, sie geschieht nach persönlicher Einschätzung, wie beispielsweise bei stylish, gemailt, Handy, Streetworker etc. Bei Wörtern wie gesurft, gesplittet oder gegoogelt wird an den englischen Ausdruck vorne oder hinten eine deutsche Vor- und/oder Nachsilbe angehängt.

Wie bereits erwähnt, forcieren bestimmte Bereiche die Verwendung englischer Begriffe in ihren Branchen. Hier einige Beispiele:

Wirtschaft: Business Class, Economy Class, Checkliste, Crash, Discount, Flop, Layout, Leasing, Marketing, Power, Recycling, Background

Mode: Dreadlocks, Image, Make-up, Model, Peeling, Pumps, Shorts, Spray, Styling, Trendsetter, Blazer

Kultur: Band, Bestseller, Casting, Dancefloor, Entertainer, Film, Performance, Star, Ticket, Workshop, Event, Megaevent

Sport: Bodybuilding, Bungee-Jumping, Coach, Fan, Fitness, Foul, joggen, Pool, Roller-Blades, Skateboard, Team, Training, Snowboard, Handycap, Start, Halfpipe

Technik: Chat, Chip, Code, Computer, e-Mail, Hacker, Homepage, Laptop, Mailing, Modem, Receiver, Setup, Stand-by, Upgrade, Videoclip, Zoom

Gesellschaft: Beauty-Farm, Bodyguard, Callgirl, Coolness, Camping, clever, crazy, Drive-in, Feedback, FloristIn, Freak, Gag, Gentleman, Hearing, Hobby, Jackpot, Job, Know-how, Meeting, Midlife-Crisis, Mobbing, Party, Preview, Secondhand, Society, Softie, Stress, Timing, Understatement, VIP, Workaholic, Underground, Lifestyle, Brunch, Trip

Werbung: Easy-Care, Eye-catcher, Flyer, Label, Slogan, Spot, Tester, Last-Minute-Angebot, Boom

Musik: Open-Air, Hit, Mainstream, Festival, Spotlight

Oftmals wird die Verwendung von Anglizismen und Amerikanismen kritisiert, was die Frage aufwirft, warum Wörter aus anderen Sprachen in die eigene Sprache eingebaut werden.

Wie eingangs erwähnt, ist jede Sprache einer ständigen Veränderung und Erweiterung ausgesetzt. Hinzu kommt natürlich auch die Notwendigkeit, neue Erfindungen oder neue Produkte, die auf den Markt kommen, zu benennen. Dafür verwendet besonders die Marketingbranche sehr gerne englische Begriffe, weil diese meist kürzer, einfacher und einprägsamer sind und/oder durch die amerikanischen Medien und Filme bereits Einfluss auf die Menschen im deutschen Sprachraum genommen haben.
Aber auch deutsche Wörter werden in der englischen Sprache verwendet. Zum Abschluss ein paar Beispiele dafür: Angst, Automat, Bratwurst, Dachshund, Diener, Fest, Gasthaus, Hausfrau, kaputt, Kindergarten, Kitsch, Kraut, Lebensraum, Lebkuchen, Lederhosen, Lied, Rucksack, Sauerkraut, Schnaps, Strudel, Umlaut, Weltanschauung oder Zeitgeist.