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Die Strategien der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung

Die Bürgerrechtsbewegung setzte mit Mitteln des gewaltlosen Widerstands und unterschiedlichen Formen des friedlichen Protests, die an Mahatma Ghandis gewaltfreien Kampf für die Unabhängigkeit Indiens von der britischen Kolonialmacht erinnern, die Aufhebung der Segregationspolitik in den USA durch.

In North Carolina lösten StudentInnen 1960 mit "Sit-ins" in "Restaurants für Weiße" eine nationale Bewegung zur Aufhebung der Rassensegregation in verschiedensten öffentlichen Einrichtungen aus und gründeten das Student Nonviolent Coordination Committee (SNCC). Im nächsten Jahr, 1961, entstanden die sogenannten Freedom Rides als weitere Form gewaltlosen Widerstands. Es handelte sich um Überlandbusfahrten in die Südstaaten, um zu testen, ob die Rassentrennung tatsächlich aufgehoben war bzw. um zu beweisen, dass diese noch immer existierte und dies der Öffentlichkeit zu zeigen. Die "Freiheitsfahrten" erzielten eine intensive Medienberichterstattung, die wiederum nationale Empörung hervorrief und zu Druck auf die Regierung führte, bis schließlich 1962 die Rassentrennung auf zwischenstaatlichen Busfahrten aufgehoben wurde.

Mit diesen Freedom Rides hatte die Bürgerrechtsbewegung den Weg des gewaltlosen Widerstands perfektioniert, denn sie offenbarten die Gewalt der weißen RassistInnen und stellten diese mit Hilfe der Medienberichterstattung als wirkungslos dar. Auch die Aufhebung der Rassentrennung in Birmingham, Alabama, wurde 1963 mit diesem Mittel erzielt. Dort ging die Polizei wochenlang mit Gewalt gegen friedliche DemonstrantInnen vor und schockierte so die Mehrheit der AmerikanerInnen. Doch wieder war die Bürgerrechtsbewegung erfolgreich: Ihre Forderungen wurden umgesetzt, und sowohl Präsident John F. Kennedy als auch ein großer Teil der Bevölkerung unterstützten nun die Bewegung um Martin Luther King.

Der Präsident versprach die Einbringung eines Bürgerrechtsgesetzes zugunsten der AfroamerikanerInnen in den Kongress. Im Sommer 1963 wurde zur Unterstützung des Gesetzesentwurfs ein "Marsch auf Washington" organisiert, an dem 250.000 Menschen unterschiedlicher Hautfarbe teilnahmen. Die Integration der AfroamerikanerInnen in die Gesellschaft der Vereinigten Staaten von Amerika schien möglich, als Martin Luther King seine berühmte Rede "I have a dream" hielt. Im nächsten Jahr, 1964, erhielt er für sein Engagement und seine Politik der Gewaltfreiheit den Friedensnobelpreis.

Am 22. November 1963 wurde Präsident John F. Kennedy ermordet. Doch sein Nachfolger, Präsident Lyndon B. Johnson, sorgte dafür, dass das bereits entworfene Gesetz, der Civil Rights Act, und das Wahlrechtsgesetz in Kraft traten. Diese Gesetze enthielten unter anderem das Verbot der Rassentrennung im öffentlichen Raum und verliehen den Bundesbehörden das Recht, unter bestimmten Umständen die Registrierung der WählerInnen zu überwachen. Dadurch erhöhte sich die Zahl der afroamerikanischen WählerInnen, insbesondere in den Südstaaten.